• Anna K. Baur

"Ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, ein Schwarzer Mann zu sein."


Am Schwarzen Mann haftet das Klischee, er sei gewalttätig, stellt die Kunststudentin Whitney Kiala fest. Mit ihrer „Black Man Series“ möchte sie ein weicheres Bild des Schwarzen Mannes vermitteln.


„Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ Die Attribute, die dem Schwarzen Mann stereotyp zugeschrieben werden, sind meist negativ. Mit ihrer „Black Man Series“ möchte Kunststudentin und Model Whitney Kiala, ein facettenreiches, weicheres Bild des Schwarzen Mannes zeigen.

„Der Schwarze Mann wird kontinuierlich niedergemacht, in jeder Hinsicht, weltweit. Am Schwarzen Mann haftet das Klischee, er sei gewalttätig. All die Artikel, Posts und Kommentare über Attacken, Hass und Wut gegenüber dem Schwarzen Mann, die tagtäglich Online veröffentlicht werden, waren meine Motivation den Schwarzen Mann in all seiner Schönheit zu zeigen. In meiner „Black Man Series“ geht es nicht um ihre muskulösen Körper, nicht um die Stereotypen, die Schwarzen Männern anhaften. Es geht um ihre Seele, die Liebe braucht und die es verdient hat, ungefiltert von den Vorurteilen der Gesellschaft, wahrgenommen zu werden. Die Seele weint: 'Ich möchte mich nicht dafür schämen müssen, ein Schwarzer Mann zu sein. Ich möchte wie ein Individuum behandelt werden, basierend auf der Vollständigkeit meines Charakters und nicht auf meiner Hautfarbe'.“


- Whitney Kiala über ihre "Black Man Series", 2019






Gerhard Afriye Prince Akomeah, 23 Jahre alt, Student

Ich bin glücklich, Teil der Black Community in Deutschland zu sein. Es kommt mir vor als wächst die Community immer mehr und mehr, indem wir junge Schwarze Männer und Frauen uns gegenseitig unterstützen und was tun. Jeder hat seine eigene Vorgeschichte und seinen Struggle erlebt, aber wichtig ist, dass wir etwas aufbauen, worauf wir am Ende des Tages stolz sein können. Trotz Vorurteile, Schwierigkeiten und Rassismus in Deutschland, erfolgreiche Menschen zu werden, die nicht nur wegen deren Hautfarbe auffallen, sondern auch aufgrund der eigenen Zielstrebigkeit und des eigenen Erfolgs. Support Black Business! Wenn wir uns untereinander unterstützen, kommen wir als Gruppe voran. [@badasstwist]




Lewis Gaspár Biadé-Antebé, 22 Jahre alt, Creative Director

Als Schwarzer Mann, fällt man erstmal durch sein Aussehen auf. Einige Leute stehen dir skeptisch gegenüber, nach dem Motto: "Das kann ja nichts werden". Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn die Leute erkennen, wer hinter dieser physischen Erscheinung steckt und feststellen, was ich zu bieten habe und was ich realisieren kann, es  plötzlich so ist, dass man ein ganz neues Maß an Respekt erlangt. Als Schwarzer Mann in Deutschland hat man leider oft mit Vorurteilen zu kämpfen und muss zwei- bis dreimal so hart arbeiten oder so gut sein, um ernst genommen zu werden.

[@dongaspar]




Koffi, 29 Jahre alt, Student Als Schwarzer Junge war es für mich schwierig, meine Hautfarbe und meine afrikanischen Wurzeln zu akzeptieren. Je älter ich wurde, desto mehr habe ich meinen Background und meine Hautfarbe lieben gelernt. Trotzdem haben es Schwarze Menschen immer noch schwer in der Gesellschaft. Die Dinge verändern sich sehr langsam, deshalb ist es sehr wichtig, dass wir unseren Kindern vermitteln, dass sie ein Geschenk Gottes sind und, dass sie alles erreichen können, was sie wollen. Und wir müssen ihnen zeigen, dass sie schön sind, von außen und innen, egal was andere sagen. [@koffi.koffi]





Curtis, 23 Jahre alt, Fotograf Das Leben als dunkelhäutiger Mann in dieser Gesellschaft ist nie einfach gewesen und wird es auch nie sein. Es ist also eine reine Zeitverschwendung darüber zu philosophieren oder sich den Kopf darüber zu zerbrechen. Unsere Aufgabe ist es, aus den alltäglichen Schwierigkeiten und Herausforderungen, unsere stärksten Waffen zu kreieren.

[@achlusogie]













Luis Oswald, 20 Jahre alt, Student

Meine Erfahrung als Schwarzer Mann in Deutschland ist vor allem durch ein gewisses Grundgefühl der Fremdheit bestimmt, welches mich, von der Grundschule bis zur weiterführenden Schule und auch in der Universität in bestimmten Kreisen, nach wie vor verfolgt. Einfach, da man in vielen Orten, an denen man sich aufhält, der einzige Schwarze Mann ist. Egal, ob darkskinned oder lightskinned. Ich bin lightskinned. Früher hatte ich häufig das Gefühl nicht ganz dazuzugehören, mittlerweile bin ich mir meiner Identität als Schwarzer Mann bewusst. Ich habe akzeptiert, dass obwohl ich Einflüsse von beiden Seiten mitbekommen habe, in der Welt, in der wir leben, der ausschlaggebende Faktor nun mal die afrikanische Seite ist und deswegen bin ich ein Schwarzer Mann. Ich bin stolz, schwarz zu sein und zeige das der Welt. Ich habe aufgehört mich zu verstecken, selbst wenn die Leute manchmal komisch gucken, wenn ich mit einem Durag über die Straße laufe oder mein Afro immer größer wird. Ich zeige damit: so sehe ich nun mal aus, das ist meine Kultur, die Art wie meine Haare wachsen und ich stehe dazu. Generell freue ich mich zu sehen, dass sich, in unserer Generation, viele Menschen der Diaspora mit dem afrikanischen Kontinent auseinandersetzen, sich für politische und historische Ereignisse auf dem Kontinent interessieren, sehen wollen, wo sie wirklich herkommen und dann im nächsten Schritt, ihre Herkunft stolz in Europa nach vorne tragen, sich repräsentieren und sich nicht verstecken müssen. Auch wenn in Deutschland immer mal wieder was aufbrodelt, bin ich doch guter Dinge, dass wir uns zu gemeinsamer Akzeptanz hinbewegen.

[@lu_the_sun]


Weitere Bilder aus der "Black Man Series" hier:



BLACK MAN SERIES

Creative Direction: @whitneykiala Illustration: @mentalriots Fotografie: @achlusogie, @asappric, @lu_the_sun, @jabulcomingthru Models: @abdelanikissa, @badasstwist, @jabulcomingthru, @koffi.koffi, @lu_the_sun @posomoyindo, @tomcontento, @achlusogie, @dongaspar_



Whitney Kiala, 2019 (Foto: @achlusogie)

Über die Künstlerin Whitney Kiala ist als Tochter kongolesischer Eltern in Eschweiler geboren und aufgewachsen. Sie studiert Philosophie, Kunst und Social Entrepreneurship und arbeitet als Model. Zusammen mit ihrer Kreativpartnerin Hildi Oehler, verwirklicht sie interessante Kunstprojekte wie die "Black Man Series". Die 23-Jährige lebt in Köln. Ihre Geschichte teilt sie mit uns hier.

©2019 by heartxwork